My Life

Lob des Rechtsstaates oder: Zwischen-Siege

Angenommen: Ein Arbeitsnehmer wird nach 15 Jahren, sagen wir, aus reiner Willkür, von seinem Arbeitgeber gefeuert – in den meisten Ländern wäre das die schon fast die Existenzvernichtung. In Deutschland gibt es zum Glück Arbeitsgerichte….

Und wenn die Firma, nachdem sie einen solchen Prozess verloren hat, noch immer nicht aufgibt?

Natürlich kann sie in Berufung gehen. Nur: bis es zu der kommt, gilt nun mal der erste Richterspruch. Doch weil man ja eine Rückkehr des Gefeuerten als Schmach, als Eingeständnis der eigenen Niederlage werten müsste, stellt man den dann „frei“ – bei vollen Bezügen, versteht sich.

Die herrliche Zeit, in der ein Arbeitnehmer seinen ersten Zwischen-Sieg auskosten kann, nennen wir sie einfach: Entschädigung für erlittenes Ungemach.


Service-Leistungen

Na bitte, geht doch….

Hatte am Sonntag beim update meiner Webseite eines kostenfreies Programm, das ich schon seit Jahren nutze, zerschrotet, schicke eine Mail an den Abieter (Inspire-World), bekomme am Montag eine Antwort mit korrekter Reparatur-Anleitung.

 Und nun läuft alles wieder.

Der Programm-Anbieter und Betreiber von Insopire-World bezeichnet sich übrigens als „Kleinst-Gewerbetreibender“. Mein Instinkt sagt mir, dass ich bei einem Großanbieter nie eine Antwort gesehen hätte.


Nacharbeiten

Der Umzug auf die neue Blog-Seite ist zwar geglückt – aber als Ergebnis habe ich eine andere Seite zerdeppert. Verbringe den ganzen Sonntag mit Reparaturarbeiten…


Umzug

Bin mit meinem alten Blog (http://realedition.blog.de/) auf die neue Adresse umgezogen, habe damit nun auch den Blog bei „1&1“.

Also: Unabhängig von den Macken kleinerer Anbieter – und dafür abhängiger von denen der Großen!

Fleißarbeit: Habe alle alten Beiträge hier übernommen. s lebe die Sammelwut, nicht kommt abhanden!


Alltags-Narben

Ersteintrag: 2005-10-04 – 12:27:55

Da wird man doch selbst um sein Leiden noch geprellt: Ein simples Bakterium soll also Schuld an Magengeschwüren sein, etwas das jeder hat, das jeder kriegen kann.

Bisher habe ich mir auf meine ab und an wiederkehrenden Magengeschwüre doch wenigstens was einbilden dürfen: Der Stress hat sie verursacht – und schuld sind natürlich der Job, die Kollegen, Bekannte, also alle, die den Stress verursachen.

Das Magengeschwür, eine Folge heroischer Pflichterfüllung, die stolz zur Schau getragene Narbe des alltäglichen Arbeitskampfes.

Wann immer mein Magen sich meldet – ich werde eine neue Krankheit suchen.


Chaostheorie versus Gesetz der Entropie oder: Ertrinken in der Werbeflut

Ersteintrag: 2005-08-28 – 15:59:45

Ein Sonntag im Dienste des Kampfes gegen das Chaos, dem Gesetz der Entropie folgend: Wenn in ein geschlossenes System nicht ständig erneut Energie fließt, zerfällt es ins Chaos. Die geschlossenen System: Mein Schreibtisch, der Küchentisch, der Tisch im Fernsehzimmer. Überall Papiere, Post, teilweise drei Monate alt, nicht einmal geöffnet.

Also: Da liegt nun der Antrag an die Krankenversicherung auf erhöhtes Tagegeld (auf den ersten Blick nicht von Werbepost zu unterscheiden) zwischen längst verfallenen Gutscheinen aller möglicher Firmen, bei denen wir irgendwann einmal irgendetwas gekauft haben. Dazu: Eine Kreditkarte, die ich zwar nie beantragt habe, aber trotzdem nur noch freischalten lassen muss.

Zwar: 90 Prozent all dieses bedruckten Papieres können zwar wirklich gleich in den Papierkorb – aber dabei landen dann auch, dank der individualisierten Werbung, auch gleich meine kompletten Personendaten geschlossen auf dem Müll.

Wo sie dann jeder einsehen kann: fehlt nur die Bankverbindung – aber dass die auf den vorgedruckten Überweisungsformularen auch noch erscheint, ist vermutlich nur eine Frage der zeit.

Eine Aufgabe für den Verbraucherschutz: Verbot der individualisierten Werbung!


Kleine Siege

Ersteintrag:

Inmitten allgemeiner Depression leichte Verbesserungen am Arbeitsplatz:

In der virtuellen Straßenschlacht von „Wir sind die Guten“ gehen „meine“ Straßenkämpfer nun zumindest manchmal siegreich aus der Schlacht.

In der Frustration beharrlich üben….


Büro-Spiele

Ersteintrag: 2005-07-22 – 16:53:18

Bekam von einem Kollegen den Link zu einem neuen Online-Spiel: www.wirsindieguten.net.

Vielleicht wegen der Straßenlärm-Geräusche nicht unbedingt großraum-tauglich, aber gut für jede Einzelzelle. Man will die Kollegen ja nicht stören, wenn auf der Straße die Molllies explodieren…

Denn genau darum geht es in diesem Spiel: Du gehörst zu einer Gruppe Demonstranten, die sich durch eine Polizeikette kämpfen muss. Dein Arsenal: Eier, Steine, Böller, Mollis. (Vorsicht, dass man sich nicht selbst verbrennt).

Genau das richtige Spiel für frustrierte Büro-Menschen, ihre Agressionen auszutoben. Die Revolution verlagert sich von der Straße in den virtuellen Raum.

Doch obwohl schon einigermaßen im Training, obwohl schon ganz schön oben in der Punkteskala angelangt, habe ich noch nie gewonnen. Die letzte Message regelmäßig: „Du hast verloren“.

Wie in der echten Revolution, wie im echten Leben…


Kontenklärung

Ersteintrag:  2005-05-15 – 18:39:33

Die Bundesversicherungsanstalt erinnert mich daran, dass ich doch aufgefordert wurde, meine Kontenklärung zu beantragen. Ein halbes Jahr ist das immerhin schon her – und nun hole ich es eben nach. (Verlängerte Wochenenden sind doch eine günstige Gelegenheit, das Unverhinderbare doch noch zu erledigen. Verteidigt den Pfingsmontag! So gesehen ist er ohnehin schon immer ein Arbeitstag gewesen.)

Um was es also geht: Um die Klärung des Verlaufs eines ganz normalen Berufslebens, um gezahlte Beiträge zur Rentenversicherung, um die berühmten Anrechnungszeiten.

Zum Glück sind die meisten Daten ohnehin schon seit Jahren bei der BfA elektronisch gespeichert. Da bleibt es also bei ein paar Zusätzen, Schule, Studium, also das, was angerechnet wird, die Rente aber eben auch nicht fett macht.

Immerhin trägt eine solche Kontenklärung zur Ernüchterung bei: Zur Ernüchterung darüber, was einen denn im Alter so erwartet – und zur Ernüchterung bei der Antwort auf die Frage, ob das Leben denn interessant gewesen sei.

Hartgesottene Hobby-Biographen werden sich davon aber kaum abschrecken lassen.