Umzug

Bin mit meinem alten Blog (http://realedition.blog.de/) auf die neue Adresse umgezogen, habe damit nun auch den Blog bei „1&1“.

Also: Unabhängig von den Macken kleinerer Anbieter – und dafür abhängiger von denen der Großen!

Fleißarbeit: Habe alle alten Beiträge hier übernommen. s lebe die Sammelwut, nicht kommt abhanden!


Kurzzeit-Gedächtnis

Ersteintrag: 2006-10-01 – 13:57:22

„Spiegel online“ meldet: „Der letzte israelische Soldat verlässt den Libanon“.

Schon vergessen? Zwei entführte israelische Soldaten sind – wenn überhaupt noch am Leben – wohl immer noch im Libanon.

Aber wie haben ja wieder eine Friedensnachricht. Ist die Welt nicht schön?

Alles so schön friedlich hier…


Demokratische Erfahrungen eines Fernseh- und Lese-Abends

Ersteintrag: 2006-09-20 – 16:26:48

In den Nachrichten wird vom Militärputsch in Thailand berichtet. Die große Frage, die alle bewegt: „Was ist nun mit den deutschen Touristen in Bangkok?“

Etwas anderes wäre vielleicht auch interessant: „Was ist nun mit der Demokratie in Thailand?“

Diese Frage bewegt aber wohl nicht, wird deshalb auch gar nicht erst gestellt.

Ansonsten verbringe ich die Zeit vor dem Fernseher selbst bei „Monk“ – und das will etwas heißen: ist schließlich meine Lieblingsserie – mit einem Buch. Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren!

Alles schon mal irgendwo gelesen, alles schon mal irgendwo selbst gedacht – aber hier brillant formuliert und zusammen gestellt!

Wir machen von unserer Freiheit des Westens Gebrauch, etwa von der Pressefreiheit, ein friedlicher Moslem ist daraufhin beleidigt, droht mit Terror oder lässt’s gleich richtig krachen, wir ziehen den Schwanz ein, entschuldigen uns, und damit das nie mehr passiert, schränken wir die Freiheit, also etwa die Pressefreiheit, wieder etwas ein.

So läuft er nun mal, der „Dialog der Kulturen“.

Klar: Warum sollen uns Freiheit und Demokratie in Thailand interessieren, wenn uns Freiheit und Demokratie nicht mal bei uns interessieren?


Allianz der Anti-Liberalen

Ersteintrag: 2006-09-02 – 18:58:24

Wie sie sich doch ergänzen:

Unsere Gutmenschen fordern Erfassung von „Migrationshintergründen“ etwa bei Stellenbewerbern für den Öffentlichen Dienst, um die Migrationshintergründler dann „gezielt zu fördern“.

Und unsere Terror-Bekämpfer fordern eine Anti-Terror-Datei mit Erfasung der Religionszugehörigkeit potenziell Verdächtiger.

Der Anti-Liberalismus – die Grundtorheit unseres jungen Jahrhunderts. Dreihundert mühselige Jahre Aufklärung am seidenen Faden…


Wissenschaftliche Eierköpfe

Ersteintrag: 2006-08-24 – 17:40:01

Keine Ahnung von der Welt der Medien!

Beschließt doch irgendein Wissenschafts-Kongress: Pluto ist ab sofort per Definition kein Planet mehr….

Na und, könnte man meinen, wen interssiert das schon?

Falsch!

Hat denn keiner an die unendliche Zahl von Kreuzworträtzeln und Quiz-Shows gedacht, die nun alle umgearbeitet werden müssen?

Wie viele Planeten hat unser Sonnensystem? Neun! Nö, das ist jetzt falsch, also gibt’s auch keine Million.

Bei Jauch hätten eine solche Umbenennung (Edeka) und ihre Spielshow-Konsequenzen beinahe schon mal zum Prozess geführt.

Also, ihr Elfenbeinturm-Bewohner: Bedenkt künftig die Folgen Eures Tuns!


Israel-Solidarität

Ersteintrag: 2006-07-25 – 11:57:44

Als Grüner mit liberalen Positionen habe ich es wahrlich nicht leicht in meiner Partei. Heute eine Meldung, die mir sagt, dass ich (trotz aller Zweifel) in der richtigen Partei bin:

Jerzy Montag, der tschechich-stämmige grüne Bundestagsabgeordente, hat eine Parlamentarier-Reise nach Haifa organisiert – um praktische Solidarität mi dem angegriffenen Israel zu demonstrieren. Denn, so Montag laut Zeitungsberichten: „Im aktuellen Konflikt ist Israel das angegriffene Land.“

So eindeutig hätte ich es mir auch von anderen Politikern gewünscht.


Trändendrüsen-Journalismus – natürlich gegen Israel

Ersteintrag: 2006-07-23 – 15:21:54

Nur kurz noch mal die überprüfbaren Fakten: Israel wird fast zeitgleich an zwei Fronten angegriffen, an beiden Fronten von Milizen der Regierungsparteien von Palästina bzw. Libanon, muss sich nun verteidigen. Das tut es unter Einsazu der zur Verfügung stehenden Waffen, also auch der Luftwaffe, So weit, so schlecht – und wie in jedem Verteidigungsfall gibt es auch hier sicherlich Opfer unter der Zivilbevölkerung.

Wie hoch die Zahl der Opfer auf libanesischer Seite ist – wir wissen es nicht. Nach zehn Tagen Lufteinsätzen ist von über 300 Toten die Rede, eine Zahl, die von Israel übrigens angezweifelt wird. Wie viele von diesen Toten Kämpfer der Hizbollah waren – wir wissen es nicht. Jedenfalls sieht ein „Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung“, von dem bei uns manche faseln, wohl anders aus. Überprüfbar ist nur die Zahl der Todesopfer auf israelischer Seite (und das seit Jahren).

Nur, mal ehrlich: Die libanesische Familie, die, tatsächlich Zivilisten, per Zufall zwischen die Fronten geriet und Opfer einer israelischen Bombe oder einer Hizbollah-Rakete wird, die gibt es mit Sicherheit auch. Aber interessiert die hier irgendjemanden? Natürlich nicht!

Kriegs-Storys, die den Zeitungen Auflage, dem Fernsehen Einschaltquote bringen sollen, brauchen auch ein paar europäische Opfer, für deutsche Medien am besten Deutsche. Und da haben wir also 5000 „deutsch-libanesische Flüchtlinge“. Das sind Storys für den Tränendrüsen-Journalismus. Und da es gegen Israel (wir wollen ja nicht sagen: gegen die Juden) geht, muss man hier auch nichts hinterfragen.

Klar: Seit den letzten Bürgerkriegen leben etliche zehntausend Libanon-Flüchtlinge in Deutschland, haben einen deutschen Pass. Und der sei ihnen auch gegönnt!

Aber komisch ist das schon: Da flieht man aus einer Krisenregion an einen sicheren Ort, und ausgestattet mit dem Pass des Landes, in das man vor dem Krieg einmal geflohen ist, geht man ins Kampfgebiet zurück. Und wenn die Gesamtzahl der libanesischen Opfer wirklich um die 300 oder auch darüber liegt, dann ist die bisher gemeldete Opferzahl der „Deutsch-Libanesen“ über alle Maßen ungewöhnlich hoch.

Merkwürdig auch das: Drei deutsche Kinder im Libanon vermisst. Die Eltern, deutsche Staatsangehörige, haben sie nämlich ins Heimatland der Großeltern geschickt. Dort sollten sie nun zur Schule gehen. Hat der Libanon im Pisa-Test so viel besser abgeschnitten als Deutschland? Was wir an Fakten kennen: Im Süden Libanons unterhält die Hizbollah Kindergärten und Schulen, rekrutiert da ihren Nachwuchs, lagert ihre Waffen.

Kürzlich war zu lesen: Amerikanische Sicherheitsbehörden schätzen, dass 90 Prozent (!) der dauerhaft im Libanon lebenden US-Bürger entweder Mitglied oder Sympathisanten der Hizbollah sein sollen.

Und bei den Bürgern der europäischen Staaten? Ein deutscher Pass ist jedenfalls keine Legitimation, ungestraft auf Juden zu schießen.

Und ein paar Fragen, die unseren friedensfreundlichen, anti-imperialistischen und anti-zionistischen Gutmenschen wahrscheinlich absolut gegen den Strich gehen, müssen schon gestellt werden…


Flagge zeigen

Ersteintrag: 2006-07-19 – 14:33:16

Die WM habe ich ohne eigene Fahne überstanden. Heute war ich im Flaggenladen, habe eine Fahne gekauft, für das Büro, und einen Pin. Den trage ich nun am Hemd. Genau das Richtige, um ihn in Bezirken wie Neukölln oder Kreuzberg zu tragen…

Ich meine: Die Fahne von Israel!

Denn: Im aktuellen „Nahost-Konflikt“ führt das kleine Israel, multikulturell, kosmopolitisch, der Vielvölkerstaat, einen Stellvertreterkrieg um die Verteidigung all dessen, warum das Leben Spaß macht: Um das Recht, seine Meinung zu sagen, um das Recht, religiös oder auch nicht religiös zu sein, für das Recht, nach seiner eigenen Facon selig zu werden, um die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Und weil Israel für all das steht – darum haben deutsche Nazis und islamistische Fundamental-Faschisten sich gleichermaßen auf diesen demokratischen Brückenkopf inmitten eines fanatisierten Mobs eingeschossen.

Und darum kann es für einen Kosmopoliten auch keine Frage sein, auf wessen Seite er hier steht: Uneingeschränkt auf der Seite von Israel!


Internationale Solidarität: Es lebe die Allianz!

Ersteintrag: 2006-06-26 – 14:18:22

Erinnert sich noch wer an Karl Liebknecht? Und an Rosa Luxemburg? Das waren die, die anno 1914 dem Kaiser seine Kriegskredite für den ersten Völkermord verweigerten. Und die daraufhin vom Kaiser und allen anderen vaterländischen Hurra-Schreiern als „Vaterlandslose Gesellen“ tituliert werden.

Liebknecht und Luxemburg hat das nicht gestört; die wussten als gute Revolutionäre noch: Der Proletarier hat kein Vaterland…

„Vaterlandslose Gesellen“ – seit Liebknecht und Luxemburg sollte das für jeden Internationalisten doch als Ehrentitel gelten.

Und das Kapital hat eben auch kein „Vaterland“! Das Kapital ist ethnisch wertfrei, steht über (und gegen) allem National-Gedöns.

Wenn also der Allianz-Konzern trotz Milliarden-Gewinnen in Deutschland 5000 Stellen kappt, dann geht es schlicht um simple Zahlen, um Kostenfaktor, Standort-Vorteil. Wahrhaft ohne jede Diskrimininierung: Hier wird niemand wegen seiner Herkunft bevorzugt oder benachteiligt.

Oder wäre es unseren neonationalistischen Gewerkschaftsbossen, die nun die Allianz-Vorstände als „Vaterlandslose Gesellen“ bezichtigen, lieber gewesen, die Jobs würden etwa in Mexiko abgebaut? Wo dann aber keine soziale Hängematte auf die Entlassenen wartet… Da praktiziert die Allianz doch regelrecht globale Gerechtigkeit!

Man muss mit dem Allianz-Vorstand wahrhaft nicht übereinstimmen. Aber allein dafür, dass er nun von Hurra-Patrioten zum „vaterlandslosen Gesellen“ erklärt wird, verdient er die uneingeschränkte Solidariät jedes echten Linken.

Ein Hoch auf Internationalismus und Globalisierung! Ein Hoch auf die Allianz!