Mit Meckern klappt`s dann doch

Zur Ehrenrettung von 1und1 (siehe vorheriger Beitrag) sei gesagt:

Mein DSL-Anschluss steht und funktioniert (momentan jedenfalls).

Eine Frage bleibt aber: Warum quält man Kunden in Callcentern? Die mögliche (fiese, aber wahrscheinlich wahre und allgemeingültige) Antwort: Weil’s Geld bringt.

Aber so lernen Kunden, sicht mit verzweifelter Hartnäckigkeit irgendwie doch noch durchzusetzen…


Noch mal Service-Leistungen

Da denkt man immer: Mir passiert das nicht! Da kennt man alle möglichen Horrorgeschichten von Leuten, die von der Telekom zu einem anderen Anbieter wechselten, und als Ergebnis wochenlang vom Internet abgeschnitten waren. Tolles Highspeed-DSL!

Und nun ist mir genau das passiert. Statt schneller und komfortabler zu surfen, quäle ich mich mühsam über Notebook und Handy durch das WWW. Was natürlich auch noch teuer ist. Dazu: Quälende Telefonate mit der „Spracherkennung“ der Callcenter-Hotlines. Das praktische Ergebnis: Erst mall Null.

Aber immerhin eines hat mein neuer Anbieter heute geschafft: Mir nämlich die Rechnung zu schicken. Die Reaktion auf die Beschwerde (nach Spracherkennung, Kundennummerabfrage und andern lustigen Spielen): „Sie rufen leider außerhalb unserer Geschäftszeiten an.“

Raten wir mal, wer mein neuer Anbieter ist: 1 und 1!


Der Trost der Looser

„Es kommt nicht darauf an, zu gewinnen. Wichtig ist, wie man gewinnt.“

Die klassische Ausrede der Looser, sich über die erlittene Niederlage hinwegzutrösten.

Sieger müssen ihre Siege nicht rechtfertigen.


Spamer und „seriöse“ Firmen

Ich kann nicht ausschließen, dass es sich bei dem kanadischen Pharmazie-Vertrieb, mit dem ich neuerdings regelmäßig konfrontiert werde, tatsächlich um ein seriöses Unternehmen handelt. Ich kaufe dort nicht, habe nicht die Absicht, dort zu kaufen.

 Und: Ich empfehle auch niemandem, seinen Pharmazie-Bedarf bei irgendwelchen Online-Vertrieben zu decken, mit Sicherheit vor allem nicht, wenn es sich dabei um Viagra handelt.

Nur: Das Gästebuch meiner Webseite sowie das Forum werden neuerdings regelmäßig vollgemüllt von Leuten (bzw. deren automatischen Programmen), die meinen Webseiten-Besuchern genau das empfehlen wollen. Nun gut, ich lösche all diese Beiträge kontinuierlich – finde dann am nächsten Tag die nächsten. Was waren das noch für friedliche Zeiten, als die Spamer praktisch nur Werbung für Porno-Seiten machten!

 Allerdings gibt sich unser kanadisher Online-Vertrieb ja seriös – und hat deshalb sogar seine eigene Anti-Spam-Policy. An die kann sich wenden, wer sich von den spamenden Vertriebspartnern belästigt sieht. Der Schönheitsfehler bei der Sache: Die „Polizei“ tut nichts, die Spamer kümmert’s nicht.

Meine persönliche Konsequenz wäre ja: Kauft nicht bei Firmen, die sich der Spamerei bedienen. Ein schöner Vorsatz – hätte der nicht einen kleinen Schönheitsfehler: Wer ist eigentlich kein Spamer?

Vor Erfindung des Internets waren die Haustürdrücker und Strukturvertriebe die Lästlinge der Nation: Staubsauger, Bücher, Zeitschriften, Versicherungen sowieso. So manches große Weltunternehmen verdankt dieser Form von Nervtöterei seinen Aufstieg, kann sich daran heute natürlich nicht erinnern.

Da lohnt es sich doch, ab und an mal wieder bei Karl Marx nachzuschlagen, in diesem Fall im 24. Kapitel von „Das Kapital“. Da geht es nämlich darum, wie zu Beginn des Kapitalismus die ersten Vermögen gebildet wurden. Ganz einfach: Durch Raub.

Wir sehen, nichts hat sich geändert: Nur: Aus dem Raub von materielem Besitz wurde nun der Raub von Zeit – was zum einen nicht direkt verboten, zum anderen genau so einträglich ist. Und: Viele Unternehmen werden richtig groß dabei – und dann natürlich auch „seriös“.