Werbebilder oder: Wieder mal nicht zu Ende gedacht


Gerade aus dem Urlaub zurück und zollfreie Zigaretten mitgebracht: Was die Freude daran trübt, sind die in der Tat unästhetischen Bilder, die nach den Gesetzen inzwischen der meisten Länder auf den Zigarettenschachteln aufgedruckt zu sein haben. Da sehen wir also Amputationen, Geschwüre, zerfressene Organe – und all das kommt vom Rauhen.

Klar: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch deutsche Zigarettenschachteln dermaßen verziert werden, angeblich, um die Raucher (Zigarettenkäufer und damit Steuerzahler) von ihrem Tun abzuhalten.

Mal abgesehen davon, dass die Frage erlaubt sein muss, ob sich die Regelung mit den Bildern statistisch überhaupt bemerkbar macht, warum sind wir denn nicht richtig konsequent?

Zum Beispiel: Alkohol: (Wenn da jemand sagen will, der Raucher schade ja auch anderen, der Alkoholiker nur sich sebst, soll er das bitte dem Unfallopfer eines alkoholisierten Amokfahrers erzählen) Die Forderung also: Bilder von zerfressenen Lebern und anderen alkoholtypischen Folgeerkrankungen auf das Etikett jeder Weinflasche, jeder Bierdose, auch auf jeden Maßkrug in jedem bayerischen Bierzelt! Die gesellschaftlichen Folgekosten von Alkoholismus und Tabakkonsum dürften beim Alkohol ja wohl auch böher liegen.

Das gleiche muss natürlich auch für Arzneimittel gelten. Also auch dort bitte keine verschämten Folgehinweise mehr auf den Beipackzetteln – die Folgen falscher Arzneimitteleinnahme schön plakativ auf jede Packung.

Auch die Autos (Motorräder etc.) sollten uns nicht ungeschoren davon kommen. Statt hippiger Karosserieverschönerung bitte sehr auf alle Fahrzeuge die Bilder verstümmelter Unfallopfer.

Haben wir noch was vergessen? Ach ja, die Bullimie ganz allgemein. Das wäre doch ein weites Feld für die komplette Verpackung der Lebensmittelbranche.

Schließlich wollen wir doch vor allem eines erreichen: Den Leuten die Freude an jedem kleinen Laster gründlich austreiben…