Wie sich Vergangenheiten ändern…


Ich bin – muss man ja auch nicht sein – kein Freund von Nicolas Sarkozy (wie ich überhaupt selten ein politischer Freund von konservativen Politikern bin). Aber immerhin: Der Mann hat Geschmack bewiesen – und stellt sich auch gegen seine Partei einer unrühmlichen Vergangenheit seines Landes, nämlich der Tatsache, dass Résistance hin oder her die große Mehrzahl der Franzosen relativ gleichgültig zugeschaut hat, als deutsche Nazis franzöische Juden in die Konzentrationslager deportierten.

Und Sarkozy macht einen interssanten Vorschlag, wie man in Frankreich mit dieser Vergangenheit umgehen könnte: Jedes französische Schulkind solle die „Patenschaft“ für eines der ermordeten jüdischen Kinder übernehmen.

Ob der Vorschlag pädagogisch sinnvoll ist oder nicht – darüber mögen andere diskutieren. Aber absolut widerwärtig ist, was laut „Netzzeitung“ die angebliche Liberale Simone Veil hier von sich gibt: „Zudem könne man von keinem Muslimkind verlangen, sich mit einem jüdischen Kind zu identifizieren, meint die Ex-Präsidentin des Europaparlaments.“

Also mal etwas anders formuliert und weiter gedacht: Weil inzwischen einige vermeintliche Neu-Europäer mit so genanntem Migrationshintergrund, vor allem aber mit viel islamistischem Vorder- und Hintergrund, eigentlich doch ganz prima finden, was in großdeutscher Zeit nicht nur in Deutschland mit Juden gemacht wurde, sollten wir anderen wohl die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen, wenn wir uns schon nicht trauen, stolz darauf zu sein.

Manchmal sind mir die Konservativen wie Sarkozy doch die sympathischeren Politiker….