Zur Gysi-Debatte


Der durchschaute (oder ertappte) Spitzel wird von den anderen Petzen verdammt, eben weil er sich durchschauen (oder ertappen) ließ. Das ist natürlich genau das, was die für sich noch befürchten.

Also zur Beruhigung aller Denunzianten im Land: Das bleibt völlig ohne Folgen. Lidl wurde durch Telekom entlastet – und demnächst findet sich der nächste.

So kann jeder wieder zur Tagesordnung übergehen.

Nationale Pleiten


Der Grand Prix ist mir so ziemlich schnurz – aber die Kommentare unserer aufgebrachten Dumpfmedien erfreuen mein Herz schon irgendwie. Wenn die jammern, geht’s mir richtig gut.

Die zentrale Lehre, die man aus dem Gejammer ziehen müsste, wenn es denn begründet wäre und wären da irgendwelche Lehren zu ziehen: Wenn igrendein deutsches Team, dass sich irgendwo an irgendeinem Wettbewerb beteiligt auf dem dem letzten Platz landet, dann liegt das nie an diesem Team sondern daran, dass sich die anderen gegen Deutschland verschworen haben.

Ich will das ganze mal positiv sehen: Wenn die diversen „Ostblock-Länder“, deren unangenehmere Bevölkerungsteile sich in chauvinistischen Kriegen vor kurzem wegen irgendwelcher vermeintlichen „nationalen Souveränitäten“ noch gegenseitig massaktiert haben, sich nun bei so harmlosen supranationalen Veranstaltungen gegenseitig wählen, zeugt das von einer kosmopolitischen Reife, die BILD und CO. wohl nie erreichen werden.

Den Vogel schoss übrigens bei der allgemeinen deutschen Grand-Prix-Verdammung ein Gewisser Richard Wagner (nomen est omen?) auf der sonst von mir oft geschätzen „Achse des Guten“ ab: Der witterte angesichts der deutschen und anderer westeuropäischer Pleiten gleich den Untergang des Abendlandes.

Und sehen wir die Sache auch für Deutschland einmal nüchtern: Der gecastete Musikgeschmack von Bohlen und Co., für den ja auch die „No Angels“ stehen, ist nun einmal Schrott. Die Stones jedenfalls haben ja auch nie an einer Casting-Show teilgenommen.