Ärgernis durch Vermengung – Bestseller aus der Retorte


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Eine Frau, die sich in den Kleidern eines Mannes durch die brutalsten Phasen des Mittelalters schlägt, edle Albigenser, die den Finsterlingen von Papst und hochmütigem Adel trotzen, eine geheimnsivolle weise Frau, die um den Weg nach Avalon weiß, dazu Richard Löwenherz, Kreuzzüge, und, und, und…

Das fehlt kaum eine Zutat, wie sie in einem Lehrbuch „Bestseller schreiben leicht gemacht“ als unvermeidbare Zutat genannt würde. Und zudem: Wir haben wieder mal eine weibliche Autorin. Klar, dass ein Verlag darauf setzt, mit Rosa Monteros „Die Ritterin des Königs“ ein finanziell lukratives Werk auf den Markt geworfen zu haben.

Schade nur, dass der Leser – also hier vor allem der Fan historisierender Literatur oder auch der Fantasy-Fan – nicht all zu viel davon hat: Denn dieser geballte Zutaten-Cocktail ergibt ein nicht zu definierendes Gebräu. Das ist kein „Historischer Roman“: Die historischen Figuren, die hier zusammen gebracht werden, hätten sich allenfalls als Zeitreisende begegnen können, und Fakten zusammen zu würfeln ist in diesem Genre nun einmal tabu. Und das ist auch keine „Fantasy“: Denn die Autorin erschafft keine eigene Phantasiewelt, sie kopiert nur aus einer angenommenen realen Vergangenheit. Das ergibt dann ein Puzzle, dessen Teile nicht zueinander passen, einen konstruierter Bestseller aus der Retorte.

Und aus der Retorte kommt nichts Originelles….