2012 – Vom Ende aller Zeiten


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Auch Amokläufe unterliegen einem ehernen Gesetz, nämlich: Erfolgreich, also öffentlichkeitswirksam, ist er im Sinne des Amokläufers nur, wenn er blutiger verlief als vorangegangene Massaker. Oder: Wenn in einer Gesellschaft die technologischen Voraussetzungen gegeben sind, die Gesellschaft auszulöschen, wird sich innerhalb dieser Gesellschaft jemand finden, der die Voraussetzungen nutzt. Je mehr Angehlörige eine solche Gesellschaft hat, desto eher wird es zu ihrer Auslöschung kommen.

Etwas drastischer und klarer formuliert: Wenn ein einzelner Irrer irgendeinen Giftstoff herstellen oder beschaffen kann, mit dem er binnen kürzester Frist die komplette Menschheit ausrottet, wird genau dies über kurz oder lang geschehen .- und zwar eher kurz als lang.

Es sind interessante Ausgangsthesen wie diese, die Brian D’Amato da in seinem Endzeit-Thriller 2012: Das Ende aller Zeiten verarbeitet.

Sein 2012-Szenario einer fast schon als Gegenwart zu bezeichnenden Zukunft: Asien, Mittelamerika (Afrika sowieso) sind Schauplatz diverser, kaum zu durchschauender regionaler Kriege – fanatische Moslems, Indios, alle möglichen Ethnien und Glaubensgemeinschaften befinden sich auf dem Kriegspfad für Autonomie, Selbstbestimmung oder was auch immer. Und die USA werden zum Schauplatz nie zuvor gesehener Terror-Anschläge, die komplette Landstriche unbewohnbar machen, zig Tausende Opfer kosten.

Die Story: In diesem Szenario wird eine alte Maya-Schrift entdeckt, die für das Jahr 2012 das Ende aller Zeiten vorhersagt. Ein Unterhaltungskonzern schickt einen abenteuerlusten Spiele-Experten, selbst Nachfahre der Maya, auf Zeitreise in das Mittelamerika des siebten Jahrhunderts. Der soll dort herausfinden, was es mit der Prophezeiung auf sich hat, was man tun kann, die Katastrophe abzuwenden.

Witzig zu lesen: Die Konfrontation eines modernen Menschen des 21. Jahrhunderts mit der archaischen Gesellschaft Mittelamerikas. Denn aucb da gibt es Sklaven und Herren, Unterdrückte und Unterdrücker, Lug und Betrug und Betrogene, eine Gesellschaft, die ihren eigenen irrsinigen Regeln folgt, die euch nicht humaner waren als unsere heutigen Regeln.

Und auch, wenn derr ganze Roman immer wieder an seinen Überlängen und unlogischen Handlungssträngen zu ersticken droht – seine packenden Ausgangsthesen und diese Gegenüberstellung, diese Spitze auf alle verlogen-romantischen Sichtweisen, „eingeborene Völker“ in ein idealisierendes Licht zu stellen, machen das 800-Seiten-Werk alles in allem zur akzeptablen Sommerlektüre.