Gute Story – schräge Lösung


Zum Buch

Dass ein Autor in der BILD am Sonntag als „neuer Star des historischen Romans“gelobt wird, spricht ja alleine noch nicht gegen ihn. Und Christoph Lode legt in seinem Mittelalter-Drama Der Gesandte des Papstes ja auch ein Szenario vor, das tatsächlich eine spannende Geschichte abgibt:

Ein Ritter aus dem Elsass leidet an einer unheilbaren Lungenkrankheit, pilgert als letzte Buße nach Rom, gerät dort an einen intriganten Kardinal, der ihm das Seelenheil verspricht, wenn er denn weiter ins Heilige Land zieht und dort eine wundertätige Reliquie für den Papst beschafft.

Bis zu diesem Punkt führt uns Lode noch in die Welt, wie sie um 1300 wohl tatsächlich aussah: Religiöser Fanatismus, Wunderglaube, in Konstantinopel die letzten Zuckungen des byzantinischen Reiches, Reiche im Zerfall und ihrer Entstehung. So weit, so gut, so spannend…

Doch was allmählich ärgert: Dass kaum ein Verfasser historisierender Romane den mittelalterlichen Wunderglauben noch thematisieren kann, ohne ihn sich selbst zu eigen zu machen – und am Ende Djins und Zauberstäbe eine im Kern gut angelegte, gut erzählte Geschichte zu einem absurden Ende führen.

Deshalb trotz des BILD-Lobes allenfalls eine sehr begrenzte Leseempfehlung – oder aber: das Buch nach etwa zwei Drittel der Seiten beiseite legen.