Das kafkaeske Gesetz des Terrors


Es stand schon lange, etliche Jahre in meinem Bücherschrank – und erst jetzt komme ich dazu, es auch zu lesen, spät, aber eben nicht zu spät: Jahre des Terrors“ von Anatolij Rybakov

Das Buch führt in die Sowjetunion Josef Stalins, ins Jahr 1936, in das Jahr, in dem jeder „schuldig“ war, der von den Machern des staatlichen Terrors beschuldigt wurde: Wir erleben eine kafkaeske Welt, in der das Überleben nur von einem Zufall abhängt.

Dennoch: am faszinierendsten und unheimlichsten gegegnet uns die Figur des Opportunisten, des „Verräters“, jenes Terrorhelfers, der unter fadenscheinigen Vorwänden auch beschuldigt wird, aus Liebe zur Bequemlichkeit und Angst ums eigene Leben jeden ans Messer liefert, den er liefern soll. Das übrigens ist auch noch die glaubwürdigste Figur, wahrscheinlich deshalb, weil sie in der Realität die häufigste ist.

Womit sich für den Leser die beklemmende Frage stellt: Wie hätte ich da wohl agiert?