An den Wurzeln des Königreiches


Zum Buch

Sie zeigt sich wieder einmal als literarische Chronisten des englichen Mittelalters: Rebecca Gablé mit „Hiobs Brüder“, einem Buch, das uns zurückführt in die Anfänge des normannischen Königreiches.

Da mögen die Schurken vielleicht etwas zu schurkig und durchsichtig, die Helden etwas zu gut und ihr regelmäßiges Glück in ausweglosen Situationen schon zu überzogen sein, aber den Lesefluss mindert das nicht im Geringsten – vielleicht sogar im Gegenteil.

Denn hier stimmt vor allem die Story!

Eine abgelegene Insel dient den Mönchen eines Klosters als „geschlossene Anstalt“ für die Außenseiter der (an dieser Stelle nie ganz überwundenen) mittelalterlichen Gesellschaft: der geistig und körperlich Behinderten oder solcher, die man dafür hält. Und so fristen die aus einem winzigen Dorf stammenden siamesischen Zwillinge, ein Schwertkämpfer ohne Gedächtnis, ein psychotischer Massenmörder, ein Greis, der sich für einen verstorbenen Märtyrerkönig hält und andere auf diesem Eiland ein kümmerliches Leben – bis sie nach einem Unwetter gemeinsam von der Insel fliehen können.

Und auf ihrem Zug durch England geraten sie in die Fronten des Bürgerkrieges, der das Land zerreißt, den die adeligen Angänger von König Stephen und seiner Rivalin Maud auf Kosten des Volkes führen. Als Behinderte werden sie dabei weiter begafft, ausgestoßen und verfolgt, bis…

…eben bis der Schwertkämpfer sein Gedächtnis zurück erlangt, sich erinnert, dass er einst als „Schwert der Kaiserin“ einer der führenden Köpfe in der Partei von Maud war, die gane Truppe unter abenteuerlichen Umständen mit Henry, dem Sohn von Maud, zusammentrifft, ihn auf den Thoin von England verhilft.

Und diese Geschichte ist so packend geschrieben, dass man das Buch nur ungerne aus der Hand legt, die Hunderte von Seiten fast verschlingt.

Ein Muss für alle Freunde des historischen Romans.