Verbraucherschutz bei Banken – oder: Wie man Kunden entmündigt und neue Verkaufsstrategien entwickelt


Theoretisch funktioniert der Verbraucherschutz doch so: Irgendwelche Firmen entwickeln einen schlauen Trick, ihre Kunden über den Tisch zu ziehen, die Verbraucher werden dagegen rebellisch, die Politik bringt ein Gesetz auf den Weg oder ein Gericht befindet diese Variante für unzulässig – und zumindest vor dieser Masche ist die Öffentlichkeit nun ein wenig besser als zuvor geschützt.

Und bei den Banken ging es dem Verbraucherschutz darum, die von provisionshungrigen Finanzberatern getäuschten Kunden davor zu bewahren, ihr Geld in Schrott-Investments zu stecken. Darum also die klare Regel durch Gesetz und etliche Gerichtsurteile: Vor einem Geld-Geschäft muss der Kunde ausführlich über alle Risiken aufgeklärt werden, hat der Berater das in einem Beratungsprotokoll genauestens festzuhalten. Kommt die Bank nicht allen ihren Pflichten nach, muss sie – wenn der Kunde sein Geld dadurch verliert – dafür auch haften.

Und was machen die Banken daraus?

Neulich, morgens in einer Filiale „meiner“ Hausbank: Continue reading

Lese-Tipp für Ken Folletts „Sturz der Titanen“ – der Jahrhundert-Roman


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Normalerweise ist Skepsis angesagt, wenn ein Buch mit der Ankündigung der Fortsetzung endet. Ken Folletts „Sturz der Titanen“ gehört da vielleicht zu den Ausnahmen. „Winter der Welt“ heißt das Werk, das im September auf Deutsch vorliegen soll, und die Leseprobe auf den letzten Seiten der „Titanen“ führt uns in den deutschen Reichstag, zu dem Tag, an dem die Nationalsozialisten mit dem Ermächtigungsgesetz die Herrschaft an sich reißen, gegen den Widerstand der Helden aus dem ersten Band dieses Jahrhundert-Romans die Welt in einen kalten, dunklen Winter stoßen.

Das Schlachtfeld, auf dem die „Titanen“ des ersten Bandes stürzen, aber meistens überleben, sind die Schlachtfelder des ersten Weltkrieges, des millionenfachen Massengrabes der so genannten „Belle Époque“, die aber nur für die Reichen und Mächtigen die „Schöne Epoche“ war. Continue reading

Zu viele Ideen sind der Geschichte Tod – zu Andreas Eschbachs „Herr aller Dinge“


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Das scheint schon ein Problem mit deutschen Autoren, die einmal wegen einer ungewöhnlichen Idee auf der Bestseller-Liste landeten, dann mit ihrem Stoff wie Andreas Eschbach mit dem „Jesus Video“ sogar verfilmt wurden. Verlage und Publikum verlangen nun nach mehr. Bei der „Billion Dollar“ kam Eschbach, wieder mit einer originelen Idee, dem noch nach, bei „Ausgebrannt“ dagegen konnte man den Titel schon im doppelten Sinn verstehen.

Nun also „Herr aller Dinge„, sicherheitshalber gleich mit etlichen Ideen, weil eine ja wohl niemals reicht, um „alles“ zu beherrschen. Nur: was sind das für Ideen? Continue reading