Lesen mit gutem und schlechtem Gewissen – Vom Umgang mit verstorbenen Autoren


Vor kurzem gelesen: „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth, in der Ausgabe von Reclam, versehen mit einem Nachwort, wie es promovierte Studienräte für Gymniasasten schreiben. Aber nützlich und erklärend war das Nachwort schon – und dem Originaltext konnte es ohnehin keinen Abbruch tun. und dann das herrlich praktische Format der Reclam-Bändchen: Bequem in der Hand, selbst in der überfüllten U -Bahn zu lesen, passend für jede Jackentasche!

In den vergangenen Monaten hatten mich noch andere Reclam-Bände auf solche Weise begleitet, Klassiker wie Ibsen oder Zola auch auf Reisen.

Ein Lesevergnügen, das sich jeder leisten kann! Schließlich kosten solche Reclam-Bändchen nur wenige Euro, und man kann bei der Ausgabe fast sicher sein, dass die Investition sich lohnt. Dafür gibt es zwar keine bibliophilen Werke, sondern einfachste Drucke auf einfachem Papier, aber gerade das entspricht dem Original, der Zeit, als die Autoren noch lebten und keine Klassiker waren, als es ihnen und ihren Verlegern darum ging, möglichst viele Exemplare an möglichst viele Käufer und Leser zu bringen, dabei natürlich auch höchstmöglichen Umsatz zu erzielen.

Aber nicht nur meine Bücherschränke füllen sich mit Klassikern, sondern auch mein iPad. Continue reading

Lob der Armut – Was Touristiker an fernen Ländern so toll finden


Vom fotogenen Charme der Armut – jedenfalls unter Palmen, wenn man sie so als Tourist bei anderen sieht: Wer das zum Beispiel noch auf Kuba sehen möchte, sollte bald fahren, also, so lange das derzeitige Regime dort noch an der Macht ist.
Gerade gesehen beim Switchen auf dem Reise-Verkaufssender Sonnenklar.TV: Bilige Kuba-Reisen.
Und was macht Kuba so reizvoll? Für den Reise-Verkäufer ganz klar: Die vielen Oldtimer dort auf den Straßen, die meisten mittlerweile an die 60 Jahre alt, von ihren Besitzern immer wieder mühevoll zusammen geflickt, weil es keinen Nachschub gibt. Dazu die sorgenvolle Zukunftsvision des Verkäufers: Man stelle sich mal vor, unter einer neuen Regierung würden die alle neue Autos fahren. Continue reading