Mittelalter-Roman mit Fantasy-Zutaten – „Das verschollene Reich“ von Michael Peinkofer


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Wenn deutsche Autoren einen Mittelalter-Roman schreiben, in dem die Kreuzzüge, Tempelrtitter, Saladin und dann auch noch das wundersame Reich des Priesterkönigs Johannes auftauchen, dann muss man leider fast sicher sein: Das wird kein Historien-Roman, das wird wilde Fantasy. Und diese Vermutung beschleicht den Leser auch nach den ersten Seiten von Michael Peinkofers „Das verschollene Reich“. Da sind nämlich rücksichtslose Tempelritter auf der brutalen Suche nach dem Kind mit dem „zweiten Gesicht“.

Das also wird die wundersame, fantasiereiche Erzählung über das sagenhafte Reich des Priesterkönigs, über das „größte Mysterium des Mittelalters“…. Continue reading

Wie wird wurden, was wir sind – zu Ken Folletts „Winter der Welt“


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Als wäre man dabei gewesen! Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland und der folgende Terror, der verzweifelte Abwehrkampf der spanischen Demokratie gegen den Franco-Faschismus, die gnadenlose Brutalität des stalinistischen Regimes in der Sowjetunion, der zaghafte, und doch so mutige Widerstand in Deutschland: Ken Folletts „Winter der Welt“ macht trotz der Jahrzehnte, die seit den geschilderten Ereignissen vergangen sind, noch immer wütend – wütend über die verpassten Gelegenheiten, der Geschichte des 20. Jahrhunderts einen anderen, positiveren Verlauf zu geben. Hier wird erzählt, wie wir wurden, was wir heute sind.

Und man identifiziert sich auch mit Folletts Helden… Continue reading

Übertriebene Story – auf spannendem Hintergrund: zu Peter Ransleys „Pestsiegel“


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Solche Krimis in historischer Kulisse wünscht man sich mitunter auch für Deutschland: Peter Ransleys „Pestsiegel“ glänzt zwar nicht unbedingt durch eine stringente, wirklich nachvollziehbare Handlung – aber die insgesamt doch eher unglaubwürdige Kriminal-Geschichte wird erzählt auf dem Hintergrund einer sehr realen Geschichte, dem Konflikt zwischen dem englischen König und dem Parlament in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, auf dem Hintergrund der langsamen und widersprüchlichen Entwicklung der ersten modernen Demokratie.

Und da liefert Peter Ransley wirklich spannenden Lesestoff mit teilweise verkehrten Rollen… Continue reading