Fälle von Pest, Fremde und der erste Mensch


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Die meisten Autoren, die gerade unsere Bestsellerlisten füllen, dürften wohl schon eher als 50 Jahre nach ihrem Tod vergessen sein: Dass Albert Camus heute, über 50 Jahre nach seinem Autounfall, noch besonders häufig gelesen wird, ist dabei wohl ebenfalls zu bezweifeln. Um so mehr: Dank an den Rowohlt-Verlag, dass er vier Werke des Existenzialisiten nun in einer Sonderedition neu herausgegeben hat: „Der Fremde“ , „Der erste Mensch„, sowie „Der Fall“ und „Die Pest„.

Da mag aus heutiger Sicht „Der Fall“ schwadronierend daher kommen, da mögen die Helden in „Die Pest“ für unsere Begriffe sich schon etwas sonderbar ausdrücken, mag uns manches, was da in „Der erste Mensch“ gesagt wird, fast pro-kolonialistisch anmuten und das Verhalten der Protagonisten in „Der Fall“ logisch nicht wirklich nachvollziehbar: in allem, was Camus schreibt, steckt etwas Grundsätzliches, etwas, das wie die Frage nach der inidividuellen Entscheidungsfreiheit einen ewigen Bestand hat, eben gerade auch, weil Camus als Kind seiner Zeit schreíbt.

Wer etwas gegen den Mainstream lesen will: Unbedingt die Camus-Sonderausgabe von Rowohlt holen, nicht zuletzt auch deshalb, weil diese vier Bücher mit dem roten Einband so handlich und so schmuck sind, dass man sie nicht nur gerne liest, sondern hier auch spürt, was Bücher alles ausmacht.

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