Lese-Tipp: Der Dunkle Thron – glaubhafter Geschichtsunterricht von Rebecca Gablé


Zum Buch

Wenn es Autoren gibt, auf die man sich verlassen kann, gehört zu denen sicherlich vor allem Rebecca Gablé. Ihr neuer Roman „Der dunkle Thron„, das vorläufig letzte Kapitel der fiktiven Familien-Geschichte der Waringhams, jener englischen Landadeligen, die immer wieder in die gefahrvolle Nähe zu den Großen Ihrer Zeit geraten, führt uns an den Hof von Heinrich VIII., ein Hof, bei dem ganz offensichtlich nicht nur die Lebenserwartung der Gemahlinnen des Königs eher kurz waren.

Und an diesem Hof begegnen uns nun Figuren, die sich – egal ob historisch überliefert oder nur für den Roman ausgedacht – glaubhaft durch die geschilderte Zeit bewegen, nicht als strahlende Helden der Reformation, die damals ihre Anfänge nimmt, nicht als üble papistische Agenten der Reaktion, sondern als Gestalten aus Fleisch und Blut, in all ihrer Widersprüchlichkeit. Da ist der positive Held, der Herr von Waringham, der aus Loyalität am alten Glauben festhält, aber die Unterdrückung verabscheut, der intrigante Kanzler, ein Betreiber der Reformation, die Freiheit des Glaubens auf den Lippen, die Tyrannei praktizierend – und schließlich der König, ein selbstgerechter Despot, der, nur seinen eigenen persönlichen Interessen folgend, eher gegen seinen Willen England in die Moderne führt.

Normalerweise flachen Fortsetzungs-Romane rasch ab. Rebecca Gablés Geschichte der Waringhams, die mit der Eroberung Englands durch die Normannen begann und nun bei Heinrich VIII. endet, macht da eine große Ausnahme – und irgendwie will man nun auch lesen, wie es mit den Waringhams unter Elizabeth I. weiter geht. Da ist man auf die nächste Fortsetzung gespannt…

Schreibe einen Kommentar