Bedingte Lese-Empfehlung: Untergangs-Action, mal von der realistischen Art – zu Marc Elsbergs „Blackout, Morgen ist es zu spät“


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Man mag sie im Fernsehen kaum noch sehen, geschweige denn sie als Buch lesen: die diversen Untergangs-Szenarien, die sich mittelmäßige Autoren für die nächste Zukunft der Menschheit ausgedacht haben, dabei die Statisten unter ihren Roman-Figuren millionenfach massakrieren, nur eine kleine Hand voll Auserwähtler das – dazu auch noch regelmäßig durch außer- oder überirdische Kärfte ausgelöste – Inferno überleben lassen. Und davon unterscheidet sich Marc Elsbergs „Blackout, Morgen ist es zu spät“ schon mal auf angenehme Weise.

Die im Prinzip recht simple Story: Ein gezielter Hacker-Angriff legt erst Europas, dann auch Nordamerikas Elektrizitätsnetz lahm, nach Tagen ohne Strom fällt die „Tünche der Zivilisation“ ab, macht sich das Chaos breit

– das dann aber doch am Ende beherrscht wird, durch das Eingreifen der einzelnen Helden und weil die staatlichen Institutionen stabiler sind, als es andere Untergangs-Szenarien so ausmalen.

Die hier geschilderte Katastrophe und ihr Ausgang sind nicht einmal so unwahrscheinlich: Schließlich wurde gerde erst doch Indien von einem flächendeckenden Stromausfall getroffen, der zwar nicht die Folge eines Terroraktes war, aber doch das Land erst einmal lahm legte. Und für diesen Realitätssinn gibt es ein dickes Lob.

Der Wermutstropfen dabei aber: Die überkurzen Kapitel, der Sprung von einem Schauplatz, von einem Handlungsstrang zum anderen unterbrechen doch den Lesefluss. Da entwickelt sich keine richtige Geschichte, da jagt eine Szene die nächste. Das mag bei einem Videoclip funktionieren, bei einem 1000-Seiten-Buch ermüdet es irgendwann.

Doch als Leser kann man ja kaum alles haben. Also alles in allem, wenn auch mit Abstrichen: Eine Leseempfehlung.

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