Lesetipp zu Bernhard Cornwells „Der sterbende König“ – eine Lektion in Sachen „Nation-Building“


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Auch, wenn es hier für die Fans von Bernhard Cornwell und seinen frühmittelalterlichen Uhtred-Geschichten keine wirklichen Überraschungen gibt: Ein spanendes und unterhaltsames Lesevergnügen bleibt Bernhard Cornwells „Der sterbende König“ allemal.

Dabei ist die Geschichte des Romans so simpel wie wohl auch die tatsächliche Geschichte…

Der sächsische König kränkelt und stirbt, die potenziellen Erben streiten um den Thron, schrecken dabei auch nicht davor zurück, mit den Dänen, eigentlich den Todfeinden der eingesessenen Sachsen (die vorher aber selbst die Kelten vertrieben) gemeinsame Sache zu machen. Und die Dänen warten nun darauf, die zersplitterten sächsischen Reiche endgültig zu erobern.

Doch der einzige, der sie daran hindern könnte, also Uhtred, der Held der Geschichte, wird von den christlichen Sachsen mit Misstrauen verfolgt: ist der doch, so, wie die meisten Dänen, ein Anhänger der alten Götter, also Heide.

Aber die genaue Schilderung dieser vielfälltigen Konflike, der Streit zwischen den Anhängern des gar nicht mehr so neuen Glaubens, den längst etablierten Christen und den Odin-Anhängern, der Kampf auch zwischen den verschiedenen sächsischen Stämmen, der noch nicht beendete, immer wieder aufflammende Krieg zwischen den Sachsen und den von ihnen vertriebenen Kelten, nun den Walisern, dazu der nur mitunter von kurzen Waffenstillständen unterbrochene Krieg mit den Dänen, alles Konflikte, bei denen jeder jederzeit die Seiten wechseln kann, machen Cornwells Buch auch zu einem Lehrbuch über „Nation-Building“, über die Entstehung einer neuen Nation – spannend und unterhaltsam, wenn auch ohne Überraschungen.

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