Kommissar Kappe: Lese-Empfehlung für Krimis aus interessanten Zeiten zwischen den Kriegen


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Bereits etrwas länger auf dem Markt, inzwischen schon aus einer ganzen Reihe von Büchern unterschiedlicher Autoren, darunter zum Beispiel Krimi-Größe Horst Bosetzky bestehend, mir leider erst in Gestalt des Bändchens „Novembertod“ von Iris Leister vor wenigen Tagen in die Hände gefallen: Die Kriminalroman-Serie „Es geschah in Berlin“ um die Fälle des Kriminalkommissars Hermann Kappe, Fälle, aufzuklären in den Jahren 1910 bis 1944, also Kriminalromane aus „interssanten Zeiten“, von denen man vielleicht gerne liest, sich dann aber über das Glück freut, doch später, in weniger „interessanten Zeiten“ geboren zu sein.

„Novembertod“ spielt dabei zu den besonders interssanten Tagen, im November 1918, in den Tagen, als in Deutschland der erste Weltkrieg teilweise in einen Bürgerkrieg überging, die Monarchie gestürzt wurde, die zerbrechliche Republik ihren Überlebenskampf antrat.

Und in diesen Tagen des Umbruchs hat der eher unpolitische Kommissar Kappe einen Mord an einem reaktionären Zeitungsverleger aufzuklären, ein Fall, der ihn schließlich auf eine Verschwörung gegen die Republik, in lebensbedrohlichen Konflikt mit seinen Vorgesetzen bringt.

Doch was den Roman so lesenswert macht, sind nicht einmal die historischen und politischen Dimensionen des aufzuklärenden Mordes, es ist das „alltägliche“ Drumherum, die Einblicke in das private Leben der Protagonisten, die auch in diesen Tagen ganz normale Dinge treiben, ins Kino gehen, sich in Kneipen treffen – und auf bessere, weniger interessante Tage hoffen.

Und für diese Kombination gibt es die uneingeschränkte Leseempfehlung.

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