Lese-Tipp „Der Thron der Welt“ von Robert Lyndon – Geschichte einer großen Reise


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Stationen einer großen Reise Ende des 11. Jahrhunderts: Italien, das gerade von den Normannen eroberte England, Island, Grönland, wieder Richtung Osten vorbei am Nordkap in das Weiße Meer, quer durch Russland, Schwarzes Meer und schließlich Anatlolien: Ob eine solche Reise tatsächlich von einem Wagemutigen dieser Zeit unternommen wurde, er diese Route dann in nur etwas mehr als einem Jahr bewältigt haben kann – das ist mehr als fraglich.

Aber „Der Thron der Welt“ von Robert Lyndon ist ja auch kein vermeintlicher Tatsachenbericht, sondern der packende Roman einer großen Reise, die so zumindest statt gefunden haben könnte.

Und mit diesem Reise-Roman liefert der Autor eine spannende, in sich logische Erzählung (leider alles andere als eine Selbstverständlichkeit), dazu aber einen Überblick über die hochmittelalterliche Welt zwischen Asien und dem Eismeer. Und da sind die Ritter keine Heldengestalten, sondern rücksichtslose Abenteurer, die ohne nachzudenken auch schon mal eine Bauernfamilie ausrotten, die Isländer gar nicht die wagemutigen Seefahrer, sondern eher ärmliche Siedler am Rand der bekannten Welt, die Wikinger keine kühnen Eroberer, sondern arme Schlucker, die durch die Not in die Seeräuberei getrieben werden. Und der Fremde ist fast überall nicht etwa der gern gesehene Gast, sondern das Objekt der Gier, der Rechtlose, den man betrügen, überfallen, versklaven kann….

Unbedingt empfehlenswert, nicht nur für Freunde historischer Romane, sondern auch für Reise-Fans!

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