Österreich und Co.: Kein Trinkgeld für Rassisten


Österreich zählte noch nie zu meinen bevorzugten Reisezielen, ein Österreich-Urlaub stand auch nicht an, aber nach dieser Wahl muss ich nun sagen: Die Alpen-Republik ist aus meiner privaten Reiseliste bis auf weiteres gestrichen, so wie zuvor schon Ungarn und, was ich tastsächlich bedaure, die Türkei. Dabei würde ich wohl auch in Zukunft in Österreich kaum mit meiner willkürlichen Inhaftierung rechnen müssen. In der Türkei wäre ich mir da nicht so sicher. Bei einem zufälligen Zusammenstoß mit der Staatsmacht, etwa wegen eines Verkehrsproblems, hätte ich in Österreich keine Sorge wegen erwarteter Polizeiwillkür. In Ungarn würde ich zumindest damit rechnen. Mein Problem mit Österreich: Ich fühle mich unter Rassisten einfach unwohl. Und ich mag einem rassistischen Kellner, einem rassistischen Taxifahrer kein Trinkgeld geben, auch, wenn er mir den besten Service bot.

Ja, ich bin ungerecht. Es gibt „schlimmere“ Länder als Österreich, Ungarn, auch Polen, die Türkei. Da wäre beispielsweise Ägypten zu nennen. Der kleine, aber feine Unterschied: Österreicher, Ungarn, Polen, auch die Türken hatten tatsächlich die freie Wahl, bekamen bzw. bekommen so die Regierung, die sie verdienen. Sicher: Getroffen von meinem Nicht-Reisen sind in den türkischen Küsten- und Urlaubsregionen vor allem solche Türken, die der islamistisch-terroristischen Erdogan-Regierung nie ihre Stimme gaben, nun am heftigsten darunter leiden. Die Österreicher, die ich persönlich kenne, haben mit dem Rechtsextremismus eines FÖP-Strache nichts zu tun. In manchen Regionen Frankreichs hätte ich vielleicht mehr rassistisch-faschistische Le-Pen-Anhänger um mich als es in Österreich überhaupt Rassisten gibt. Und woher will ich in den Niederlanden wissen, ob die nette Serviererin nicht eine begeisterte Anhängerin des Faschistenführers Wilders ist?

Der Punkt ist aber: In Frankreich darf ich glauben, der Rezeptionist meines Hotels hätte statt Le Pen ganz bewusst Macron gewählt. Die nette Serviererin in den Niederlanden hat vielleicht bieder-konservativ, grün oder liberal gestimmt. In Ungarn dagegen regiert der Rassismus ganz offiziell, in Österreich ist er demnächst mit dem Duo Infernale Kurz-Strache an der Macht.

Auch wenn es mich persönlich (bringe Geld, bekäme womöglich sogar einen verlangten Arier-Ausweis ausgestellt) als Touristen nicht mal treffen würde: Ausländer sind in Ungarn, Polen (jedenfalls im mittleren und östlichen Teil) und demnächst Österreich nicht mehr erwünscht. Und das nehme ich sehr wohl persönlich – zumal ich Rassisten kein Trinkgeld geben will.

Übrigens: Das gilt auch in Deutschland. Jedenfalls fahre ich derzeit lieber an die Nord- als an die Ostseeküste jenseits von Schleswig-Holstein, lieber nach Nieder- als nach Sachsen.

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