Ein „Sorry“ nimmt doch jedem Witz die Würze!


Die heute-show war auch schon besser. Die neuen Witze sind meist platt, die Pointen stets vorhersehbar. Und nun nimmt man auch dem platten Witz noch seine Würze – mit völlig unangebrachten Entschuldigungen. So tricksen nur vielgescholtene Gutmenschen sich mit ihrer political correctness selber aus. Denn natürlich ist ein Rasssist mit Sprachfehler, der über mangelnde Sprachkenntnisse von Flüchtlingen sabbert, eine ideale Zielscheibe für verdienten Spott. Klar: Man macht sich – im Normalfall – nicht über Behinderte lustig. Doch hier haben wir die Ausnahme von allen Regeln.

Dabei ist doch nicht einmal irgendwas geschehen. Ein Rassist der AfD stottert im typischen AfD-Sprech etwas über angeblich schon aus Sprachgründen nicht integrierbare Migranten, die heute-show sendet, was gelaufen ist, fragt kritisch nach, ob dieser AfD-Vertreter wirklich kompetent ist, sich zum Thema Sprachkompetenz zu äußern – und vergisst zu erwähnen, dass der Mann wirklich ein Stotterer ist. Wenn man sich für die Pointe wirklich entschuldigen wollte, dann doch bitte allenfalls bei den Menschen, die zwar auch einen Sprachfehler, aber dabei Anständiges zu sagen haben. Wie meinte schließlich schon Bert Brecht? Gegen den Anstreicher ist jedes Mittel erlaubt.

Dazu: Der Witz war gut, weil er die AfD mit ihren eigenen Mitteln schlug. Immerhin war es doch deren Frontfrau Alice Weidel, die die „Politische Korrektheit“, also den normalen Anstand, auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgen wollte. Und es war AfD-Idol Donald Trump, der im Wahlkampf mit klarer Diskriminierungsabsicht in übelster Weise einen behinderten Journalisten imitierte, dabei frenetisch bejubelt wurde von seinen entmoralisierten Fans, auch den deutschen AfD-Anhängern.

Jetzt kriegen sie es mal mit gleicher Münze heimgezahlt – und fangen an zu heulen. Mit diesem Heulen werden sie auch nicht aufhören, wenn sie selbst wieder auf einen „Gutmenschen“ mit Behinderung gestoßen sind, den sie dann zur Zielscheibe ihrer nächsten hämischen Hasskampagne machen.

Also: Bitte künftig keine Entschuldigungen mehr. Denn mit verständnisvollem Gutmenschentum und übersensibler „politischen Korrektheit“ wird man diesen rassistischen Anstandsverächtern niemals beikommen. Die verstehen nur die Sprache, die sie selber sprechen.

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