Wandel des „Linksseins“

Früher konnte man annehmen: Wer sich als „links“ bezeichnet, steht für Gleichberechtigung für Mann und Frau, steht für das Recht auf Selbstbestimmung – und ist mitunter auch der Meinung, dass ein unerdrücktes Volk ein natürliches Recht auf bewaffnete Revolution hat, ihm man dabei zur Seite steht.

Dass das auch Verluste kostet – das war natürlich klar.

 Und nun versucht das afghanische Volk – mühsam und mit Irrungen und Wirrungen – seine demokratische Revolution durchzuführen, gibt es dort, so gut als möglich, freie Wahlen, Gleichberechtigung von Mann und Frau zumindest ansatzweise und oft genug auch nur auf dem Papier, aber immerhin kleine Fortschritte. Jedenfalls da, wo die Taliban nichts mehr zu melden haben.

OK: Das ist vor allem ein Ergebnis der Tatsache, dass die USA und die Alliierten die Taliban weitgehend zum Teufel gejagt haben. Nur: Was ist daran so schlecht? Auch in der Normandie sind 1944 keine Widerständler des 20. Juli gelandet, sondern britische und amerikanische Truppen, denen wir nun unsere Freiheit verdanken. Bis vor ein paar Jahren galt das auch noch als allgemeine Erkenntnis.

Doch bei Afghanistan, so sagen „Linke“ à la Lafontaine, Experten à la Schollatour unisono, gilt das alles nicht. Da sollen sich die Alliierten schön zurückziehen – und die Taliban sorgen dann für Ordnung, denn das wollen die Afghanen so.

Wenn „Linkssein“ heute bedeutet, aus Feigheit vor dem Islamofaschismus bedingungslos zu kapitulieren, die demokratischen Kräfte eines um seine Freiheit kämpfenden Landes im Stich zu lassen – dann möchte ich kein Linker mehr sein.


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