Wohl- und andere Schandtaten

Ersteintrag: 2005-06-11 – 18:54:49

Dass der 1. Mai ausgerechnet 1933 in Deutschland zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde, ist denen, die ihn jedes Jahr groß als „Tag der Arbeit“ feiern, ja wohl hinreichend bekannt (und hoffentlich auch wenigstens ein wenig peinlich).

Aber Preisfrage:

Wann wurde in Deutschland die Steuerpflicht für Überstunden, Sonn- und Feiertagszuschläge abgeschafft? Falsch: Das war nicht das Ergebnis gewerkschaftlichen Kampfes in den 50-er Jahren, auch nicht unter Willy Brandt – das war Adolf Hitlers Geschenk an die Heimatfront nach dem Frankreich-Feldzug.

Spannende Lektüre und das passende Geschenk für alle Freunde von PDS, WSAG und Hartz-IV-Montagsdemonstranten: „Hitlers Volksstaat“ von Götz Aly. Schließlich sollte man doch wissen, wem man all die Wohltaten verdankt, die man nun so vehement verteidigt…

Die Vorstellung, dass ein deutscher Sozialhilfe-, nun ALG-II-Empfänger ein verbrieftes Anrecht auf einen höheren Lebensstandard als ein indischer Bauarbeiter mit 12-und-mehr-Stunden-Tag haben soll, hat mich schon immer misstrauisch gestimmt. Nach der Lektüre vom „Volksstaat“ ist mir wieder einmal etwas klarer geworden, was dahinter steckt: Blanker Rassismus.

OK, um nicht in den Verdacht des Neoliberalismus (warum muss man sich in diesem Land eigentlich dagegen wehren, als liberal bezeichnet zu werden?) zu geraten: Es sei allen ihr steuerfinanzierter Regelsatz gegönnt. Aber hört doch bitte auf, zu jammern!


Schreibe einen Kommentar