Trändendrüsen-Journalismus – natürlich gegen Israel

Ersteintrag: 2006-07-23 – 15:21:54

Nur kurz noch mal die überprüfbaren Fakten: Israel wird fast zeitgleich an zwei Fronten angegriffen, an beiden Fronten von Milizen der Regierungsparteien von Palästina bzw. Libanon, muss sich nun verteidigen. Das tut es unter Einsazu der zur Verfügung stehenden Waffen, also auch der Luftwaffe, So weit, so schlecht – und wie in jedem Verteidigungsfall gibt es auch hier sicherlich Opfer unter der Zivilbevölkerung.

Wie hoch die Zahl der Opfer auf libanesischer Seite ist – wir wissen es nicht. Nach zehn Tagen Lufteinsätzen ist von über 300 Toten die Rede, eine Zahl, die von Israel übrigens angezweifelt wird. Wie viele von diesen Toten Kämpfer der Hizbollah waren – wir wissen es nicht. Jedenfalls sieht ein „Vernichtungskrieg gegen die Zivilbevölkerung“, von dem bei uns manche faseln, wohl anders aus. Überprüfbar ist nur die Zahl der Todesopfer auf israelischer Seite (und das seit Jahren).

Nur, mal ehrlich: Die libanesische Familie, die, tatsächlich Zivilisten, per Zufall zwischen die Fronten geriet und Opfer einer israelischen Bombe oder einer Hizbollah-Rakete wird, die gibt es mit Sicherheit auch. Aber interessiert die hier irgendjemanden? Natürlich nicht!

Kriegs-Storys, die den Zeitungen Auflage, dem Fernsehen Einschaltquote bringen sollen, brauchen auch ein paar europäische Opfer, für deutsche Medien am besten Deutsche. Und da haben wir also 5000 „deutsch-libanesische Flüchtlinge“. Das sind Storys für den Tränendrüsen-Journalismus. Und da es gegen Israel (wir wollen ja nicht sagen: gegen die Juden) geht, muss man hier auch nichts hinterfragen.

Klar: Seit den letzten Bürgerkriegen leben etliche zehntausend Libanon-Flüchtlinge in Deutschland, haben einen deutschen Pass. Und der sei ihnen auch gegönnt!

Aber komisch ist das schon: Da flieht man aus einer Krisenregion an einen sicheren Ort, und ausgestattet mit dem Pass des Landes, in das man vor dem Krieg einmal geflohen ist, geht man ins Kampfgebiet zurück. Und wenn die Gesamtzahl der libanesischen Opfer wirklich um die 300 oder auch darüber liegt, dann ist die bisher gemeldete Opferzahl der „Deutsch-Libanesen“ über alle Maßen ungewöhnlich hoch.

Merkwürdig auch das: Drei deutsche Kinder im Libanon vermisst. Die Eltern, deutsche Staatsangehörige, haben sie nämlich ins Heimatland der Großeltern geschickt. Dort sollten sie nun zur Schule gehen. Hat der Libanon im Pisa-Test so viel besser abgeschnitten als Deutschland? Was wir an Fakten kennen: Im Süden Libanons unterhält die Hizbollah Kindergärten und Schulen, rekrutiert da ihren Nachwuchs, lagert ihre Waffen.

Kürzlich war zu lesen: Amerikanische Sicherheitsbehörden schätzen, dass 90 Prozent (!) der dauerhaft im Libanon lebenden US-Bürger entweder Mitglied oder Sympathisanten der Hizbollah sein sollen.

Und bei den Bürgern der europäischen Staaten? Ein deutscher Pass ist jedenfalls keine Legitimation, ungestraft auf Juden zu schießen.

Und ein paar Fragen, die unseren friedensfreundlichen, anti-imperialistischen und anti-zionistischen Gutmenschen wahrscheinlich absolut gegen den Strich gehen, müssen schon gestellt werden…


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